Nong Khai - Grenzstadt im Nordosten und Tor nach Laos

Fährt man mit dem Auto von Udon Thani nach Norden so kommt man nach Nong Khai.

Etwa 50 Minuten benötigt man auf dem recht gut ausgebauten Highway Nummer 2 und bereits auf der relativ kurzen und zügigen Fahrt hat man vielerlei Möglichkeiten Sehenswertes abseits der Straße zu sehen und kennen zu lernen.

Nong Khai, mit seinen etwa 48000 Einwohnern entwickelte sich in den Neunziger Jahren von einer einst verschlafenen Grenzstadt zu einer aufstrebsamen Wirtschaftsmetropole, nicht zuletzt Dank der 1994 eröffneten Friendship Bridge, welche den Mekong überbrückt und Thailand mit dem angrenzenden Nachbarn Laos verbindet. Die laotische Hauptstadt Vientiane ist nur etwa 25 km von der Grenze entfernt. Trotz der mit australischer Hilfe gebauten Brücke verkehren auch heute noch zahlreiche Boote den Mekong im kleinen Grenzverkehr. Nur wenige Autos überqueren die 1,2 km lange Brücke und der einst erhoffte große Boom, an den viele geglaubt hatten blieb auch mit dem Bau der Brücke weitgehenst aus.

In Nong Khai ist Hektik ein Fremdwort. Mit etwas Aufmerksamkeit kann man in der Stadt noch einige Einflüsse des benachbarten ehemaligen französischen Kolonialreiches erkennen.

Man sagt - wir haben es leider noch nicht getestet - dass es gerade hier die besten Baguette im gesamten Königreich geben soll.

Im Zeitraum von Februar bis etwa Anfang Mai, wenn der Mekong Niedrigwasser führt wird der Uferbereich des Flusses mit seinem vielen Sandbänken zu einem riesigen Strand, wo auch ganz schnell zahlreiche Händler einen neuen Standort für ihre Geschäftstätigkeiten finden. Im Besonderem Essensstände und zahlreiche Picknickplätze in der Nähe der Friendship Bridge erobern sich das kurzzeitig entstandene Neuland und werden vor allem während des Sonkran Festes sehr gern besucht. Ban Chommani am Westrand von Nong Khai ist dabei zu einem der beliebtesten Picknickplätze für die Thais gewurden.

Ende Mai, mit Beginn der Regenzeit im Nordosten des Landes erobert sich der Fluss sein altes Reich wieder.

Ein Hauptanziehungspunkt für alle Schnäppchenjäger ist der stets volle Sadet- oder Indochina Market in der Nähe der Rimkhong Rd..

Zahlreiche Händler aus Thailand, Laos, aber auch China oder Vietnam bieten hier ihre Waren zum Kauf an. Fast alles was das Herz begehrt bekommt man hier zu kaufen. Auch so seltsame Waren, wie Koch- und Essgeschirre aus dem umgearbeiteten Material einst abgeschossener amerikanischen Kampfbomber.

Kleidung, Stoffe, Nahrungsmittel, Obst und Gemüse und vielerlei Dinge die man so braucht, werden reichlich und in unterschiedlicher Qualität und zu unterschiedlichen Preisen angeboten. Man benötigt schon etwas Zeit und Ruhe möchte man die Vielfältigkeit und den Reiz des Markttreibens erleben.

Für den kleinen oder größeren Hunger ist natürlich auch gesorgt. Imbissangebote findet man an vielen Stellen des Marktes und Restaurants in denen man beim Fischmahl noch einen schönen Blick über den Mekong nach Laos hat gibt es auch - natürlich stets mit einem freundlichen Personal, guten Preisen und einem schnellen Service.

6 verschiedene Tempel kann man in Nong Khai und seiner Umgebung besuchen und etwas über die buddhistische Religion des Landes erfahren.



Stellvertretend sei Wat Po Chai erwähnt, welchen wir auf unseren Touren zur Grenzstadt schon einige Male besucht haben. Wat Pho Chai, der in jüngster Zeit eine recht aufwendige Restauration erlebt hat befindet sich im Südosten der Stadt in unmittelbarer Nähe des gleichnamigen Marktes.

In der Hauptkapelle des Wat, zu dessen Inneren man über eine steile Treppe, eingesäumt von prächtigen Naga Balustraten und zwei prüllenden Löwen gelangt, befindet sich das Buddha Bildnis Luang Pho Phra Sai.

Dieser Buddha, mit seinem rubinbesetzten Schädelauswuchs wurde im alten laotischen Königreich Lan Xang gegossen und stand einst in Vientiane, der jetzigen Hauptstadt Laos.

Während einer Thai Invasion fiel 1778 der Prinz Chakri dem späteren Rama dem I. in die Hände. Bei der stürmischen Überfahrt stürzte das Buddha Bildnis in die Fluten des Mekong, wo es später wie durch ein Wunder wieder auftauchte und nach der Bergung seinen Platz im Wat Pho Chai fand. Auf zahlreichen, sehr schönen Gemälden innerhalb des Tempels ist diese wundersame Geschichte dargestellt.

Wat Pho Chai ist von einigen Mönchen bewohnt, denen man stets bei einem Besuch des Tempels begegnet. Gern sind sie für ein gemeinsames Foto bereit, wenn man höflich um deren Gunst bittet. Eine Erfahrung die auch wir machen konnten.

Viele gläubige Besucher von Wat Po Chai nutzen die Gelegenheit zum meditieren. Nahezu ständig liegt ein angenehmer Geruch der vielen abgebrannten Weihrauchstäbe, die in Andacht an Buddha und den rituellen Gebeten benutzt werden über dem Komplex des Wat.

Das besondere Wahrzeichen der Stadt Nong Khai, was auch immer wieder auf unserem Tourplan steht, wenn wir uns aufmachen Nong Khai zu besuchen, liegt etwas außerhalb, 5 km östlich der Stadt - Wat Khaek.

Wat Khaek ist das Vermächtnis des thailändisch-indischen Schamanen Luang Pu Bunleua Surirat. Dessen Anhänger haben hier einen außergewöhnlichen Skulpturengarten geschaffen, der sicher in ganz Thailand seines Gleichen sucht. Riesige steinerne Götter, Göttinen, heilige Teufel, Dämonen und Monster der buddhistische und hinduistischen Mythologie, aber auch anderer Weltanschauungen lassen uns als menschliche Besucher wahrlich klein erscheinen.

Wie Zwerge streifen die Besucher, die selbst aus dem fernen Bangkok hierher kommen staunend durch die Anlagen des Gartens, dessen Reiz auch wir uns nicht entziehen können. Allein das Bildnis eines, auf dem zusammengerollten Schlangenleib einer siebenköpfigen Naga sitzenden Buddhas misst ganze 25 Meter an Höhe.

Man muss es nicht bei einem Besuch belassen, wenn man die Gelegenheit hat, Wat Khaek mehrfach zu besuchen, denn man kann immer wieder neue Details der präsentierten Skulpturen und Themen entdecken. Es ist auch interessant die zweistöckigen Ausstellungshallen zu besuchen, die unter anderem viele Fotos des "Vaters" von Wat Khaek zeigen.

Natürlich findet man auch um die Anlage des Wat immer einige fleißige Händler, welche ganz genau die Bedeutung von Wat Khaek kennen und natürlich wissen, dass die vielen Besucher auch durchaus schnell zu beköstigen sind.

Nong Khai bietet natürlich auf Grund seiner Grenznähe die Möglichkeit zu einem Besuch des Nachbarlandes Laos und seiner nahen Hauptstadt Vientiane, ein entsprechend, notwendiges Visum vorausgesetzt. Schon von der Grenze werden vielfach Touren per Taxi als Full Service angeboten, die man nutzen sollte um nicht selbst die Grenze befahren zu müssen, was mit einem Mietwagen meist schon gar nicht möglich ist.

In der Nähe der Grenze und neuerdings auch in Udon Thani befinden sich einige kleine Stationen und Büros, die kurzfristig ein Visum ausstellen und einen Transfer in die 25 km von der Grenze entfernte, laotische Hauptstadt organisieren können.

Viele "Grenzgänger" nutzen die Gelegenheit über die Ausreise von Thailand nach Laos und die Wiedereinreise von Laos nach Thailand ihr erteiltes Visum um einige Zeit zu verlängern.

Über alle Bestimmungen im Grenzverkehr und der Ein- und Ausreise sollte man sich allerdings zuvor ganz genau erkundigen um keinen nachträglichen Ärger mit den Behörden zu bekommen.

Ach fast hätten wir's vergessen - während man in Thailand mit dem Auto auf der linken Straßenseite fährt, herrscht in Laos wieder Rechtsverkehr.

Informationen zu Nong Khai erhält man vor Ort im:
TAT - Tourism Authority of Thailand
15/5 Mukmontri Rd., Udon Thani
Tel. 042-325406

Angaben ohne Gewähr!

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